Nach einem öffentlichen Disput darüber, ob der Islam mit Menschenrechten vereinbar sei, umarmt die iranische Frauenaktivistin Maryam Namazie ihre Opponentin und sagt: «Let’s hug it out!» (in etwa: «Lass es uns ‹ausumarmen› statt weiterdiskutieren, da wir uns nie einigen werden.») Denn für sie stehen gegenseitiger Respekt und menschliche Anerkennung über unauflösbaren Meinungsverschiedenheiten. Die Szene fasst den Dokumentarfilm «Girls & Gods» der ukrainischen Femen-Aktivistin Inna Shevchenko (Regie Arash T. Riahi und Verena Soltiz) in einem Bild zusammen.
Der Film beleuchtet aus unterschiedlichen Perspektiven das Verhältnis der monotheistischen Religionen Christentum, Islam und Judentum zum Feminismus. Shevchenko trifft im Film auf verschiedene Frauen aus Europa und den USA, die sich damit befassen. Einige versuchen, ihre Religion aus einer feministischen Perspektive neu zu interpretieren: katholische Frauen, die sich zu Priesterinnen weihen lassen und damit ihre Exkommunikation in Kauf nehmen; Schweizer Theologinnen, die eine Frauenbibel geschrieben haben, oder eine muslimische Feministin, die das Kopftuch verteidigt.
