Kaum ein Ereignis in der jüngeren Zeit hat so tiefe Gräben aufgerissen wie die Corona-Pandemie. Rund drei Jahre lang dominierte sie die Agenda der Weltpolitik. Die Folgen sind nicht nur medizinisch vom Virus geschädigte Menschen, sondern auch versehrte Demokratien.
Die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung fand in der Pandemie einen Brandbeschleuniger – auch hierzulande. Massnahmenbefürworter und Kritiker der Einschränkungen stehen sich Jahre nach Ende der Krise noch immer unversöhnlich gegenüber. Sorgt der Zertifikatsbetrug von Fussballnationalspieler Granit Xhaka oder von Eishockeynationalcoach Patrick Fischer für Schlagzeilen, wird die Debatte sofort kontrovers, hitzig und medial breit geführt.
Die Faulheit überwinden
Auf administrativer Ebene wurden viele Lehren gezogen. In der Schweiz ist man daran, das Epidemiengesetz anzupassen. Der schnell veraltete Pandemieplan aus dem Jahr 2018 wurde bereits revidiert. Eine wohl noch viel entscheidendere Frage für die Zukunft unserer Demokratie ist aber, wie eine öffentliche und gesamtgesellschaftliche Verarbeitung vonstattengehen soll – inklusive gründlicher Versöhnungsarbeit.
