In der Schweiz werden Waffen hergestellt, und sie werden ins Ausland verkauft. Doch wie soll dieser Export geregelt sein? Darüber stimmt die Schweiz am 29. November ab.
Das Kriegsmaterialgesetz soll für die Ausfuhr und Wiederausfuhr von Waffen gelockert werden. So hat es die bürgerliche Mehrheit im Parlament beschlossen. Angestossen worden waren diese Änderungen durch Gesuche von EU-Staaten, die im Zusammenhang mit dem russischen Angriff auf die Ukraine Schweizer Rüstungsgüter weiterreichen wollten.
Gegen die Lockerung des Kriegsmaterialgesetzes wehrt sich eine Allianz aus Mitte-Links-Parteien, entwicklungspolitischen NGOs und auch kirchlichen Organisationen. Sie hat gestern an einer Pressekonferenz in Bern ihre Nein-Kampagne vorgestellt: «Waffenexporte ausser Kontrolle» befürchtet die Allianz, und so heisst auch der Slogan der Nein-Kampagne.
Die Zivilbevölkerung leidet
Für die Gegner der Revision ist klar: Mit den geplanten Änderungen würden die grundlegendsten Regeln für den Export von Schweizer Waffen abgeschafft. Jedes Empfängerland von Schweizer Waffen dürfte diese ohne jegliche Kontrollen weitergeben an bewaffnete Milizen oder Unrechtsstaaten.
Was das für Menschen heisst, die mit den Folgen bewaffneter Konflikte leben müssen, schilderte Martina Weber, Leiterin internationale Zusammenarbeit von Caritas Schweiz: «Menschen verlieren ihr Leben. Familien werden auseinandergerissen. Millionen von Menschen werden aus ihrer Heimat vertrieben und verlieren ihre Existenzgrundlage.» Wer über Krieg und Kriegsmaterial spreche, müsse immer auch über die Folgen sprechen.
