Elefantenrunde nennt man im Politikbetrieb den gemeinsamen öffentlichen TV-Auftritt aller Parteichefs und Parteipräsidentinnen nach einem Wahltag. Je nach Land und Anlass kommen schnell vier, fünf oder sechs politische Schwergewichte zusammen, um das Wahlergebnis oder Abstimmungen zu analysieren.
Den gleichen Begriff hätte man am 3. Februar in der Citykirche Offener St. Jakob in Zürich verwenden können, wenn auch unter anderen Vorzeichen: Nicht weniger als 15 Kandidatinnen und Kandidaten für einen der sieben Posten in der Zürcher Kirchenpflege stellten sich in dieser grossen, etwas anderen Elefantenrunde den Fragen von Moderator und «reformiert.»-Redaktionsleiter Felix Reich. Die Exekutive und die Legislative der Kirchgemeinde der Stadt Zürich werden am 12. April gleichzeitig neu bestimmt.
Ganz so zahlreich wie die Liste der Kandidierenden waren die Themen, die sich im Lauf des Abends als die zentralsten herausschälten, dann allerdings nicht. Das war ganz gut so, denn sonst hätte es eine arg verzettelte Veranstaltung werden können. Moderator Reich startete mit einer Vorstellungsrunde. «Warum sollte man gerade Sie in die Exekutive wählen?», so seine Frage.
