Mitte Januar stellte das Ja-Komitee der SRG-Gebührensenkungsinitiative «200 Franken sind genug!» in Bern seine Argumente vor. Damit ist der Abstimmungskampf so richtig lanciert. Eine Umsetzung der Initiative, über welche das schweizerische Stimmvolk am kommenden 8. März entscheiden muss, würde die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG), die ohnehin sparen muss, empfindlich treffen.
Die SRG müsste ihr Budget von etwas mehr als 1,5 Milliarden Franken jährlich auf rund 850 Millionen kürzen. Ob bei einem Kahlschlag zuerst in der Sparte Religion und Kultur gespart würde, will die SRG auf Anfrage nicht sagen.
Mediensprecherin Gianna Blum sagt nur: «Bei einem Ja müssten Parlament und Bundesrat die gesetzlichen Grundlagen an den deutlich tieferen Finanzrahmen anpassen.» Welche Angebote und Programme noch möglich wären, hänge direkt davon ab und lasse sich deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschliessend beurteilen. Blum betont aber, dass eine solche Budgetreduktion für die SRG in nahezu allen Bereichen «drastische Folgen hätte» und es dabei keine Tabus geben dürfe.
Das Sparen hat begonnen
Pfarrerin Andrea Aebi ist Radio- und Fernsehbeauftrage bei den Reformierten Medien, welche durch Beiträge der Kantonalkirchen finanziert werden. Sie arbeitet mit dem Deutschschweizer SRF bei Planung und Produktion von Gottesdiensten, Radiopredigten und dem «Wort zum Sonntag» zusammen.
Die Reformierten Medien sind Kooperationspartner des Senders, Finanzen und Produktionsmittel stellt SRF zur Verfügung. «Wie viel Geld in Zukunft für religiöse Formate übrig bleibt, können deshalb nicht wir entscheiden», sagt Aebi. Sie verweist darauf, dass der Sparprozess schon seit den rund zehn Jahren laufe, in denen sie für die Reformierten Medien arbeite. Fakt sei jedoch, dass «eine Studioproduktion wie die Radiopredigt wesentlich weniger Ressourcen beansprucht als die Live-Übertragung eines Gottesdienstes». Diesbezüglich bemühe man sich laufend um kostengünstige Lösungen.
Zuversichtlich stimmt Aebi mit Blick auf künftige Sparrunden, «dass sakrale Sendungen weitgehend konstante Einschaltquoten aufweisen und derzeit grundsätzlich zum Service public gehören». Das «Wort zum Sonntag» zählte 2025 laut SRG pro Ausstrahlung jeweils durchschnittlich 244 000 Zuschauerinnen und Zuschauer, was einem Marktanteil von 28,1 Prozent entspricht.
Fokus auf die Information
Um die Debatte über den Dienst an der Öffentlichkeit geht es SVP-Nationalrat Gregor Rutz. Der Zürcher ist Mitglied des Initiativkomitees und sieht den Service public als Ergänzung zur privatwirtschaftlichen Medienwelt. Dabei müsse der Fokus der SRG unter anderem auf Informationsvermittlung liegen, findet der Politiker. Er sagt: «Und ich würde religiöse Sendungen im erweiterten Sinn durchaus in diesem Bereich ansiedeln.» Ausserdem seien solche Sendungen nicht mit allzu grossen Kosten verbunden. «Sparen und kürzen müsste man eher im Unterhaltungssektor», so Rutz.
