Wenn Peter Brandenberger irgendwo den deutschen Schlager «Wahnsinn» hört, denkt er sofort an seine Patentochter Flavia Fall und ein gemeinsames Erlebnis: Zu ihrer Konfirmation reisten sie nach Wien, mit dabei war auch Flavias Gotte. «Wir waren auf der Donauinsel unterwegs und hörten diesen Song von einer nahen Karaokebühne. Obwohl wir ihn schrecklich finden, ist er seither quasi unser Lied», erzählt Brandenberger, der bis zu seiner Pensionierung Radiojournalist war.
Diese Reise war für ihn als Götti ein «Highlight». Flavia durfte das Ziel auswählen, Gotte und Götti machten es möglich, dass Flavia – damals schon auf den Rollstuhl angewiesen – Wien entdecken konnte. «Wir erlebten etwas zusammen, das für immer bleibt.»
Zwei Arbeitskollegen
Peter Brandenberger war ein enger Freund von Flavias Vater. Die Männer lernten sich auf der Redaktion der Tageszeitung «Der Bund» kennen. Hansueli Trachsel war Fotograf, Peter Brandenberger schrieb.
«Hansueli war etwas älter und nahm mich unter seine Fittiche.» Sie hätten einfach einen guten Draht zueinander gehabt. Als ihn Hansueli Trachsel fragte, ob er Götti von Flavia werden wolle, musste Peter gar nicht lange überlegen. «Es freute mich sehr, dass er an mich dachte. Für mich war das ein sehr schöner Freundschaftsbeweis.»
Eine intensive Beziehung
Peter Brandenberger ist vierfacher Götti von heute drei erwachsenen Frauen und einem Mann. Zu Flavia habe er das konstanteste und engste Verhältnis. «All die Jahre habe ich gespürt, dass wir beide ein Interesse daran haben, dass diese Beziehung Bestand hat», sagt er. Seit dem Tod von Flavias Vater ist Götti Peter auch eine Verbindung in die Vergangenheit. «Flavia und ich können uns gemeinsam an ihn erinnern.»
Während der Baby- und Kinderjahre würde sich Peter Brandenberger als Götti höchstens die Note «durchschnittlich» geben. «Ich war im Beruf und mit der Familie eingespannt, wie das bei vielen Menschen in dieser Lebensphase der Fall ist.» Heute empfindet er die Beziehung zu Göttitochter Flavia als intensiver. «Das ist schön und nicht selbstverständlich.»
