Wie kamen Sie auf die Idee, in Ihrer «Totämäss» Kirchenmusik mit Jodeln zu verbinden?
Joël von Moos: Für mich ist die Kombination von Kirchenmusik mit Jodeln sehr stimmig.
Weshalb?
Jodeln ist für mich kein Musikstil, sondern ein Zustand, ein direkter Ruf, bei dem die Stimme nicht hinter einem Text versteckt werden kann. Jodeln ist etwas Archaisches: das, was der Senn von der Alp in die Berge ruft, ein gesungenes Gebet.
Das Jodeln verbinden viele Menschen eher mit Ländlerkapellen.
Volksmusik hat viele Facetten. Sie sollte aber aus meiner Sicht nicht immer nur lüpfig sein und eine heile Welt zelebrieren. So wird sie zur reinen Folklore. Volksmusik darf auch dunkel sein, schmerzhaft oder unbequem. Sie soll existenzielle Fragen aufnehmen – so wie das eben in der «Totämäss» passiert.
