Die Schliessung der US-Behörde USAID ist nun fast ein Jahr her. Wie ist die Situation in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit Anfang 2026?
Es war ein massiver Schock für das ganze System. Vollständig abschätzen, was es bedeutet ist aber noch immer schwierig, denn vielfach fehlt es an Transparenz, es herrschte das blanke Chaos. Kurz nach dem Amtsantritt von Donald Trump wurden alle Gelder eingefroren, dann hiess es gewisse Projekte werden doch weitergeführt, das wurde teilweise wieder revidiert. Es sind auch noch Gerichtsfälle hängig, denn einige Organisationen wehren sich juristisch gegen die Kürzungen. Fakt ist aber von den 10000 Arbeitsplätzen bei USAID sind jetzt noch unter hundert übrig, die ins State Department integriert wurden.
Welche finanziellen Beiträge sind für 2026 aus den USA zu erwarten?
Auch das ist schwierig zu sagen. Das Budget hätte im Herbst verabschiedet werden sollen, das ist aber noch nicht passiert. Trump schlug in seinem Budgetentwurf vor, die Gelder für internationale Entwicklungshilfe, die jetzt im State Department angesiedelt ist, fast zu halbieren. Allerdings regt sich Widerstand im Kongress. Eine Konferenz beider Kammern hat sich auf ein Budget für 2026 geeinigt, das viele der Kürzungen rückgängig machen würde. Der Kongress will nun 50 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen, 20 Milliarden mehr als von Trump angekündigt. Das sind sehr erfreuliche Nachrichten, da sich Widerstand gegen Trumps kurzsichtige Politik zeigt.
