«Ich fühle mich, als ob die göttlichen Himmel mich verlassen haben», sagt Rovina Naboi. Sie sitzt vor einer Wellblechhütte im kenianischen Flüchtlingscamp Kakuma und erzählt von einer schier unmöglichen Entscheidung: Soll Naboi mit ihrer schwer kranken Tochter in der lebensrettenden Klinik bleiben oder mit ihr ins Camp zurückkehren, um Essen für ihre anderen hungernden Kinder zu suchen? Die aus dem Sudan geflüchtete Frau entschied sich für Letzteres, die einjährige Tochter starb tags darauf.
Ein vermeidbarer Tod, menschengemacht und in aller Öffentlichkeit, so beschreibt ihn Atul Gawande, Arzt und bei der US-Entwicklungshilfeagentur USAID einst zuständig für globale Gesundheit. Er reiste nach Kenia, um in einem Film die Auswirkungen von US-Präsident Donald Trumps Entwicklungspolitik zu zeigen.
