Am 1. August finden in Städten und Gemeinden Bundesfeiern statt. Eine besondere Bedeutung hat die Feier auf der Rütliwiese, wo nach Friedrich Schillers Tell-Schauspiel der Bund der drei Urkantone geschlossen wurde. Eine Wiese mit vielen Geschichten. Auch jene von 1859, als die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) nach einer nationalen Geldsammlung die Wiese kaufte, damit ein Überbauungsprojekt vereitelte und sie dann 1860 dem Bund mit der Auflage schenkte, dass die Wiese künftig durch die SGG verwaltet werde.
Konfessionelle Gräben
Das nach dem Sonderbundskrieg immer noch zerrissene Land sollte einen Ort der Gemeinschaft und des Zusammenhalts erhalten. Es brauchte noch mehr solcher verbindenden Elemente, zum Beispiel den 1. August als Bundesfeiertag, wie ihn der Bundesrat mit der 600-Jahr-Feier 1891 begründete. Er knüpfte damit an den Bundesbrief von 1291 an, der mit den Worten schliesst: «Geschehen im Jahre des Herrn 1291 zu Anfang des Monats August.» So viele Reden es an den Bundesfeiern gibt, so viele Aussagen darüber, was die Schweiz ausmacht, worauf sie sich gründet und wohin sie sich bewegen soll.
