Bis auf Weiteres keine gesetzliche Begrenzung der Einwohnerzahl: Das haben die Abstimmenden in der Schweiz am Wochenende entschieden. Mit 54,8 Prozent Nein-Stimmen wurde die SVP-Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» abgelehnt. Auch das Ständemehr verpasste die Vorlage: 14 Kantone sagten Nein, zwölf Ja. Mit 59 Prozent war die Stimmbeteiligung hoch.
Im Vorfeld enthielt sich die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) einer Parole – im Gegensatz zu anderen Abstimmungen wie der über die Halbierungsinitiative oder die Masseneinwanderungsinitiative (2014). Von der Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» sei die Kirche als Institution nicht unmittelbar betroffen, begründete EKS Ratspräsidentin Rita Famos unter anderem im Interview mit «reformiert.».
EKS-Präsidentin bietet Räume für Dialog an
Die Ablehnung nimmt Famos nun aber wohlwollend auf. Auf Anfrage sagt sie, es zeige, dass eine Mehrheit der Bevölkerung die Herausforderungen von Migration, Bevölkerungsentwicklung und Zusammenleben nicht mit starren Obergrenzen beantworten möchte. «Das ist ein wichtiges Signal für Differenzierung, Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt.»
