Bevor der schmale Weg in den Wald abbiegt, bleiben alle kurz stehen. Vorhin auf der Wiese, als die 18 Kinder und acht Erwachsenen sich darin geübt hatten, sich ohne Licht im Wald zu bewegen, war es noch recht hell gewesen. Jetzt, kurz vor halb zehn, ragen die Laubbäume dunkel in den Nachthimmel auf.
Aufmerksam lauschen die Kinder dem grossgewachsenen Mann mit dunkelbraunem Bart und ebensolcher Kleidung. «Menschen sind laut, besonders wenn sie nicht allein unterwegs sind», sagt Naturpädagoge Kevin Eichenberger.
Der Weg liegt im Dunkeln
Mit gedämpfter Stimme erinnert er daran, dass der Wald das Zuhause vieler Wildtiere ist und sie sich zurückziehen, sobald Leute in der Nähe sind. «Heute versuchen wir, Teil des Waldes zu werden», sagt er und macht den Fuchsgang vor, eine rücksichtsvolle Art, wie sich Menschen in der Natur fortbewegen können.
Vorsichtig tastet er mit der Vorderfusskante den Boden ab und tritt erst auf, wenn weder Äste noch Zweige knacksen. So verschwinden nun Kinder und Erwachsene fast lautlos im finsteren Wald.
