Montagmittag in einer hellen Altbauwohnung in der Stadt Bern. Katrin Schmitter und Fabian Fellmann sitzen am Küchentisch, trinken Kaffee. Sie sprechen über ein Thema, das sie schon lange begleitet.
Fünf Jahre wünschten sie sich nichts sehnlicher, als Eltern zu werden. Der Kinderwunsch bestimmte ihr Leben.
Es gab spontane Schwangerschaften, doch Schmitter verlor das Kind kurz darauf jeweils wieder. Nach der zweiten Fehlgeburt empfahl die Frauenärztin, ein Kinderwunschzentrum aufzusuchen. Dort bekamen die beiden einen Satz zu hören, der sie bis heute beschäftigt: «Bis zu drei Fehlgeburten sind eigentlich normal.» Schmitter erinnert sich, wie sie daraufhin fragte: «Was heisst denn normal?»
Das Gefühl von Kontrollverlust
Mit jedem Zyklus kam auch die Angst vor einem erneuten Verlust. Im Zentrum habe man ihnen erklärt, dass man in den meisten Fällen keinen klaren Grund finde, warum es nicht klappe. Zuerst hatten beide das Gefühl: Jetzt, unter professioneller Obhut, geschieht endlich etwas.
Bald jedoch fühlte es sich nach Kontrollverlust an. Der Alltag richtete sich nach den Behandlungsterminen, nach Blutwerten und Eisprung. «Ich war gefühlt alle zwei Tage dort», berichtet Katrin Schmitter. Aber die Therapie sei nicht wirklich auf sie zugeschnitten gewesen.
