Wie kann das Heks diesen Menschen jetzt konkret helfen?
Das Heks hat 1988
beim schweren Erdbeben in Armenien mit humanitärer Hilfe begonnen. Seitdem sind
wir in diesem Land aktiv mit Entwicklungszusammenarbeit. Jetzt haben wir
beschlossen, mit den lokalen Partnerorganisationen «Armenia Round Table» und
«Syunik Development NGO», mit denen wir schon länger zusammenarbeiten, eine
humanitäre Intervention umzusetzen.
Wir investieren
zuerst einmal eine Nothilfe von vorerst 300‘000 Franken für insgesamt 1650
vulnerable Personen. 1300 Familien erhalten eine Bargeldunterstützung von
je rund 120 Franken. In Armenien funktionieren die Märkte. Die Menschen können
kaufen, was sie gerade am nötigsten brauchen und entscheiden selber darüber,
was das ist. Untersuchungen zeigen, dass dies sehr effizient wirkt und die oft
vermutete missbräuchliche Mittelverwendung minimal ist.
Zudem finanziert Heks
für zwei Monate in Jeghegnadsor für 350 Geflüchtete eine Unterkunft. In dieser
Unterkunft wird gekocht und es gibt psychosozialen Support für Jugendliche und
Kinder. Die Kinder werden auch unterstützt so schnell wie möglich wieder die
Schule zu besuchen.
Wie wird es weiter gehen mit der Hilfe der HEKS?
Die Situation wird
wohl noch länger sowohl für die Geflüchteten als auch für die armenische
Aufnahmegesellschaft sehr schwierig bleiben. Im Rahmen der
Entwicklungszusammenarbeit wird das Heks die Vertriebenen stärker in ihre
Aktivitäten miteinbeziehen. Es wird weiterhin Bemühungen und finanzielle Mittel
benötigen, um die Geflüchteten in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Was fasziniert Sie an diesem Land?
In meiner bislang
zehnjährigen Tätigkeit für das Heks war ich schon mehrfach in Armenien. Mich
fasziniert, dass die Kultur Armeniens uns einerseits kulturell relativ nahe ist
und andererseits doch ausgesprochen exotisch ist. Zudem ist die Sowjetgeschichte
in Armenien immer noch auffallend präsent.
Der ganze
kulturelle Kontext ist extrem spannend, aber aufgrund des stattgefundenen
Genozids auch tragisch. Das wirkt bis heute nach. Armenien ist zudem orthodoxes
Kernland. Es gibt hier wunderschöne und sehr alte Kirchen.