Gretchenfrage 24. September 2026, von Marius Schären

«Wichtig ist mir das kulturelle Erbe der Religion»

Reta Guetg

Die ZFF-Direktorin sagt, welche Rolle Religion und kulturelles Erbe für sie spielen und wie sie ihre Position nutzt, um Dialog und Gleichberechtigung in der Filmwelt zu fördern.

Wie haben Sies mit der Religion, Frau Guetg?

Heute würde ich mich als agnostisch bezeichnen, aber ich bin nach wie vor Mitglied der reformierten Kirche. Ich bin in Bern aufgewachsen und wurde da konfirmiert. Religion ist mir vorab wegen des kulturellen Erbes wichtig. Grundsätzlich interessieren mich alle Religionen. Und dabei finde ich das Bewusstsein wichtig, was sich durch sie alles an Brauchtum etabliert hat.

Ist diese Erkenntnis ein Grund für Ihr Engagement für den Film, der auch ein Kulturträger ist?

Da geht es für mich noch weiter. Diese Kunstform ist ein Spiegel und zugleich eine Erweiterung des Lebens. Wir können damit alles reflektieren und gar in andere Welten reisen, wenn auch für kurze Zeit. Ausserdem entspricht es meinen Fähigkeiten als Allrounderin, dass der Film viele unterschiedliche Kunstformen verbindet und ausserdem auch noch Technik und Geschäftsinteressen eine grosse Rolle spielen.

Kino steht auch für das Anrichten mit grosser Kelle, Sie arbeiten lieber im Hintergrund. Wie passt das? 

Ich will zum Denken anregen, zum Lachen, will bewegen, Austausch und Dialog fördern. Und weil ich das Glas grundsätzlich immer halb voll sehe und nicht halb leer, kann ich mit meiner positiven Energie und Leidenschaft all das gut aus dem Hintergrund erwirken.

Sie haben auch schon männliche Dominanz im Film festgestellt. Wie wirken Sie dagegen?

Zuerst einmal bin ich mir bewusst, dass ich als Kuratorin eine grosse Macht habe: Wofür ich mich einsetze, hat eine grosse Wirkung. Mit diesem Ansporn gehe ich auch daran, den Dialog zu fördern und dafür zu sorgen, dass alle zusammen an einem Tisch sitzen. Das ist enorm wichtig. Optimistisch stimmt mich mit Blick auf die Geschlechterfrage, dass die jungen Leute einen deutlich entspannteren Umgang damit zeigen. Das zu beobachten, macht Freude!

Mehr zu diesem Thema

Flamencotänzerin Nina Corti fühlte sich beim Tanzen mit einer Kraft von oben verbunden.
02. September 2026, von Isabelle Berger

Flamencotänzerin Nina Corti fühlte sich beim Tanzen mit einer Kraft von oben verbunden.

Dirigentin Lena-Lisa Wüstendörfer über spirituelle Momente auf der Bühne und urmenschliche Fragen.
04. August 2026, von Isabelle Berger

Dirigentin Lena-Lisa Wüstendörfer über spirituelle Momente auf der Bühne und urmenschliche Fragen.

Olympiasiegerin Marianne Fatton trägt der Glaube bei ihren sportlichen Hoch- und Tiefpunkten.
10. April 2026, von Isabelle Berger

Olympiasiegerin Marianne Fatton trägt der Glaube bei ihren sportlichen Hoch- und Tiefpunkten.

In Kirchen spürt Sängerin Claude Eichenberger eine besondere Kraft
01. Dezember 2025, von Mirjam Messerli

In Kirchen spürt Sängerin Claude Eichenberger eine besondere Kraft

Schauspielerin Marie Leuenberger fehlt es in unserer Gesellschaft an Gemeinschaftsgefühl
31. Oktober 2025, von Cornelia Krause

Schauspielerin Marie Leuenberger fehlt es in unserer Gesellschaft an Gemeinschaftsgefühl

Für Jodok Cello ist das Göttliche eine Kraft, die eine Verbindung herstellt zum grossen Ganzen.
30. September 2025, von Hans Herrmann

Für Jodok Cello ist das Göttliche eine Kraft, die eine Verbindung herstellt zum grossen Ganzen.

Die Musikerin Nina Dimitri entscheidet sich jeden Tag für die Hoffnung
28. Juli 2025, von Mirjam Messerli

Die Musikerin Nina Dimitri entscheidet sich jeden Tag für die Hoffnung

An sich selber und seine Fähigkeiten glauben – damit hat es Kletterin Petra Klingler weit gebracht
02. Juli 2025, von Mirjam Messerli

An sich selber und seine Fähigkeiten glauben – damit hat es Kletterin Petra Klingler weit gebracht

Für Nationalratspräsidentin Maja Riniker ist die Kirche unverzichtbar für die Gemeinschaft
03. Juni 2025, von Mirjam Messerli

Für Nationalratspräsidentin Maja Riniker ist die Kirche unverzichtbar für die Gemeinschaft

Für Psychiaterin und Autorin Esther Pauchard ist Glaube zentral in ihrem Leben
28. April 2025, von Mirjam Messerli

Für Psychiaterin und Autorin Esther Pauchard ist Glaube zentral in ihrem Leben

Rechtsprofessor Peter V. Kunz: «Ich weiss, dass es keine absolute Wahrheit gibt»
30. März 2025, von Marius Schären

Rechtsprofessor Peter V. Kunz: «Ich weiss, dass es keine absolute Wahrheit gibt»

Das tägliche Familienessen war für die Musikerin Veronica Fusaro ein wichtiges haltgebendes Ritual.
27. Februar 2025, von Isabelle Berger

Das tägliche Familienessen war für die Musikerin Veronica Fusaro ein wichtiges haltgebendes Ritual.

Berns erste Stadtpräsidentin Marieke Kruit glaubt an die Kraft des Dialogs
03. Februar 2025, von Mirjam Messerli

Berns erste Stadtpräsidentin Marieke Kruit glaubt an die Kraft des Dialogs

Para-Radprofi Flurina Rigling: «Ich teile die Werte der christlichen Kultur»
26. Dezember 2024, von Marius Schären

Para-Radprofi Flurina Rigling: «Ich teile die Werte der christlichen Kultur»

Der Filmschaffende Erich Langjahr zur Gretchenfrage: «Die Kirche ist mir eigentlich sehr nah»
02. Dezember 2024, von Marius Schären

Der Filmschaffende Erich Langjahr zur Gretchenfrage: «Die Kirche ist mir eigentlich sehr nah»

Sängerin Maja Brunner singt gerne Gospel, weil er mit seiner positiven Kraft Hoffnung vermittle.
25. September 2024, von Isabelle Berger

Sängerin Maja Brunner singt gerne Gospel, weil er mit seiner positiven Kraft Hoffnung vermittle.

Auch in den traurigen Songs von Musikproduzent und Sänger Dodo hat es einen Funken Hoffnung drin.
03. September 2024, von Isabelle Berger

Auch in den traurigen Songs von Musikproduzent und Sänger Dodo hat es einen Funken Hoffnung drin.

Das abendliche Vater Unser ist bei Starkoch Anton Mosimann und seiner Frau ein festes Ritual.
05. Juli 2024, von Isabelle Berger

Das abendliche Vater Unser ist bei Starkoch Anton Mosimann und seiner Frau ein festes Ritual.

Laut Stadtpräsident Erich Fehr wendet sich in Biel das Verhältnis von Protestanten zu Katholikinnen
11. Juni 2024, von Isabelle Berger

Laut Stadtpräsident Erich Fehr wendet sich in Biel das Verhältnis von Protestanten zu Katholikinnen

Hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig: «Heute sind Bibeln im Hotelzimmer nicht mehr gefragt»
09. August 2023, von Cornelia Krause

Hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig: «Heute sind Bibeln im Hotelzimmer nicht mehr gefragt»